Wer an einem Samstag Nachmittag eine Verpflichtung hat, obwohl er lieber in die Berge geht, für den ist der Ankogel oberhalb von Mallnitz eine ideale Wahl: die Ankogel-Seilbahn macht´s möglich, denn mit ihr gelangt man/frau schnell und kraftschonend in eine Höhe von 2.631m, weshalb dieser stolze Dreitausender zur Halbtagstour wird. So geschen auch am letzten Samstag, vor´m Nationalparkfest: mit Klaus, unserem "Haus- und-Hof-Fotografen" und Erwin ging es bei bescheidenem Wetter im meist dichten Nebel hinauf zum Kleinen Ankogel (3.097m). Angenehm war der gute Trittschnee am kleinen Lassacher Kees, der uns schnell vorwärts kommen liess. Wie überhaupt am Alpenhauptkamm noch bzw. schon wieder viel Schnee liegt. Der macht auch den Schlußanstieg auf den Hauptgipfel etwas unangenehm,führen die Markierungen doch meist in der tw. schneebedeckten Ostflanke bergauf. Da ist es wesentlich sinnvoller, nachdem eine brüchige Schlucht (bricht in´s Anlauftal ab; ca. 50 Höhenmeter über dem Kleinen Ankogel) passiert wird, die Markierungen zu ignorieren und direkt am gut gangbaren Grat weiterzusteigen. Gesagt getan und kurz vor´m Gipfelkreuz ist dann zur Blohnung auch kurz die Sonne herausgekommen! Ganz oben haben wir übrigens eine total nette Gruppe tschechischer Bergsteiger getroffen. Hatten einen kleinen Hund dabei, der den ganzen weiten Aufstieg von der Osnabrücker Hütte (Malteiner Seite) alleine geschafft hat! Bergab ging es dann sowieso schnell, denn die weiten Schneefelder am Lassacher Kees rutschten wir am Hosenboden bergab! Nur bei wasserdichter Hose und entsrechender Übung zu empfehlen!
Tourprofil: Ankogel Bahn Bergstation (2.631m) - Radeck Scharte (2.874m) 1´5 Stunden; wenig schwierig; Radeck Scharte - Kleiner Ankogel (3.097m); 30 min.; blockiger felskamm, ohne Schwierigkeiten; Kleiner Ankogel - Großer Ankogel (3.251m) 30 - 45 Min.; I-II, meist direkt am Südgrat, teilweise etwas ausgesetzt.
Ungeübte unbedingt sichern; bei Neuschnee und Vereisung ist speziell der markierte Steig in der Ostflanke gefährlich! Bergführer-Service auf www.tauernalpin.at
Fotos: NP-Region/K.Dapra
